DATEV und KI-Agent: wie die Anbindung funktioniert
Ein KI-Agent, der in DATEV nachsieht, braucht einen sicheren Weg zu Ihren Daten und eine feste Grenze für alles, was er schreibt. Wie die Anbindung über DATEVconnect und einen Schnittstellenpartner funktioniert und was die Freigabe-Karte leistet.
Stand: 29.09.2026.
DATEVconnect: die Schnittstelle in Ihrem Netz.
DATEVconnect ist die Programmierschnittstelle der DATEV-Programme, die in Ihrer Kanzlei installiert sind. DATEV beschreibt sie als Integration von DATEV-Lösungen „im On-premises-Umfeld (im eigenen Netzwerk)“. Nutzen lässt sie sich unter anderem mit Kanzlei-Rechnungswesen, Lohn und Gehalt sowie DATEV DMS; für die Buchhaltung ist der Bereich DATEVconnect Rechnungswesen zuständig.
In vielen Kanzleien ist der DATEVconnect-Server bewusst nicht aus dem Internet erreichbar, sondern steht hinter der Firewall. Ein Dienst aus der Cloud braucht deshalb einen kontrollierten Weg hinein, ohne dass die Kanzlei ihr Netz öffnet.
Der Weg über einen Schnittstellenpartner.
Sachbearbeiter ist kein Produkt der DATEV eG. Die Verbindung läuft über das Gateway eines Schnittstellenpartners, dessen Anbindung an DATEVconnect die DATEV eG technisch geprüft hat. So funktioniert der Weg:
- Nur ausgehende Verbindungen. In Ihrer Kanzlei läuft ein Programm des Partners, das Ihr IT-Dienstleister einrichtet. Es baut die Verbindung verschlüsselt von innen nach außen auf. Eingehend wird nichts geöffnet, und das Programm lässt sich auf den Anschluss von DATEVconnect beschränken. In DATEVasp und DATEV SmartIT läuft die Einrichtung über eigene, abgestimmte Abläufe.
- Ihre Freigabe. Eine zeichnungsberechtigte Person der Kanzlei prüft die angefragten Rechte und Mandanten und gibt sie beim Partner elektronisch frei, bei Bedarf mit der DATEV SmartCard. Die Freigabe gilt für genau diese Anwendung und lässt sich widerrufen.
- Prüfung jeder Anfrage. Das Gateway prüft jeden Aufruf gegen diese Freigabe. Was außerhalb der Rechte liegt, wird abgewiesen, bevor es DATEVconnect erreicht.
- Getrennte Zugangsdaten. Sachbearbeiter meldet sich am Gateway mit den Zugangsdaten Ihrer Kanzlei für die Schnittstelle an, nicht mit denen eines DATEV-Benutzers; die Anmeldedaten Ihrer DATEV-Benutzer erhält Sachbearbeiter nicht. Die Zugangsdaten für die Schnittstelle liegen verschlüsselt in der Verwaltung von Sachbearbeiter; der Arbeitsplatz, in dem der Agent arbeitet, bekommt sie nicht zu sehen.
- Eigene Verträge. Den Vertrag zur Auftragsverarbeitung und eine Servicevereinbarung, die auf § 62a StBerG Bezug nimmt, schließt die Kanzlei direkt mit dem Partner. Die Entgelte des Partners für die Anbindung trägt Artesiana.
- Kein Datenlager. Nach eigenen Angaben betreibt der Partner das Gateway auf Servern in Deutschland und Frankreich und hält im Regelbetrieb keine dauerhafte Kopie Ihrer DATEV-Daten vor. Technische Daten, Freigaben und Protokolle speichert er, soweit der Betrieb sie braucht.
Was der Agent liest.
Über diese Verbindung liest Sachbearbeiter das Rechnungswesen der freigegebenen Mandanten: Kontenplan, Journal, Summen- und Saldenliste und offene Posten, dazu Wirtschaftsjahre, Debitoren und Kreditoren, Buchungsschlüssel und die Buchungsregeln, nach denen bisher kontiert wurde. Summen und Salden übernimmt er fertig aus DATEV, statt sie aus Einzelbuchungen nachzurechnen.
Lesende Zugriffe erlaubt ein Mitglied der Kanzlei auf einer Karte im Chat, einmal oder dauerhaft für sich. Dauerhaft gilt für alles Lesen über die Verbindungen der Kanzlei, auch für die Websuche; solche Aufrufe laufen danach ohne Karte.
Was er schreibt, und wann.
In DATEV hat Sachbearbeiter genau ein Schreibwerkzeug: Es überträgt einen Buchungsstapel. Werkzeuge zum Festschreiben, zum Löschen oder zum Ändern bestehender Buchungen gibt es nicht. So entsteht ein Stapel:
- Entwurf als Tabelle. Der Agent legt den Stapel zuerst als Tabelle in Ihren Arbeitsbereich: je Zeile ein vollständiger Buchungssatz mit Konto, Gegenkonto, Betrag, Datum, Belegfeld und, wo nötig, Steuerschlüssel. Sie prüfen die Tabelle und sagen, was sich ändern soll; Anmerkungen haben dort eine eigene Spalte.
- Ihr Auftrag. Erst wenn Sie ihn bitten zu senden, liest er die Tabelle zurück und ruft das Schreibwerkzeug mit genau diesem Inhalt auf.
- Die Karte. Im Chat erscheint eine Freigabe-Karte. Sie zeigt Wirtschaftsjahr, Summe, Anzahl und jede Zeile mit Datum, Konto, Gegenkonto, Betrag, Beleg, BU-Schlüssel und Buchungstext; den Mandanten nennt sie derzeit nur mit einer technischen Kennung. Übertragen wird genau dieser Inhalt.
- Keine Dauerfreigabe. Schreibende Aufrufe fragen jedes Mal. „Für mich immer erlauben“ gibt es dafür nicht, und mehrere Aufrufe hinter einer Karte zu bündeln, ist technisch gesperrt.
- Prüfung vor dem Senden. Jedes Konto und Gegenkonto wird gegen Kontenplan, Debitoren und Kreditoren des Wirtschaftsjahrs gehalten. Unbekannte Konten werden gemeldet, übertragen wird dann nichts. Ein Stapel umfasst höchstens 100 Zeilen aus einer Buchungsperiode.
- Offen in DATEV. Nach Ihrem Klick überträgt das Werkzeug den Stapel als offenen Stapel, nicht festgeschrieben. Sie prüfen ihn in DATEV und schreiben selbst fest. Korrigiert wird mit einem neuen Stapel.
- Ablehnen heißt: nichts passiert. Lehnen Sie die Karte ab, wird nichts übertragen. Der Entwurf bleibt in Ihrem Arbeitsbereich, und Sie entscheiden, ob er geändert oder verworfen wird.
- Nachvollziehbar. Jede Übertragung wird vor dem Senden vorgemerkt und mit ihrem Ergebnis dauerhaft vermerkt. Denselben Stapel sendet Sachbearbeiter kein zweites Mal, auch nicht nach einem Neustart. Ist unklar, ob er angekommen ist, sieht ein Mensch in DATEV nach. So ging am 29.09.2026 der erste Stapel an ein DATEV-Testsystem: vorgemerkt, von DATEV angenommen, als offener Stapel, ohne zweiten Versuch.
Warum eine Karte und nicht nur eine Anweisung.
Einem Sprachmodell kann man sagen, dass es vorsichtig sein soll. Eine Garantie ist das nicht. Deshalb hängt die Grenze bei Sachbearbeiter nicht an einer Anweisung an das Modell: Das Schreibwerkzeug ist so eingestellt, dass es bei jedem Aufruf fragt, und ohne Ihren Klick auf der Karte wird es nicht ausgeführt.
Das passt zu dem, was die Bundessteuerberaterkammer für KI in der Kanzlei verlangt: Abläufe so gestalten, dass Fehler der KI erkannt und korrigiert werden können, Prüf- und Freigabeprozesse dokumentieren und die fachliche Entscheidung beim Menschen lassen.
Was Sie für die Anbindung brauchen.
- DATEV-Programme mit installiertem DATEVconnect, im eigenen Netz oder in DATEVasp oder DATEV SmartIT.
- Einen DATEV-Zugang mit den nötigen Rechten. Ob für den gewünschten Umfang zusätzliche DATEVconnect-Lizenzen nötig sind, klären Sie vorab. Kosten bei DATEV und bei Ihrem IT-Dienstleister sind nicht im Preis von Sachbearbeiter enthalten.
- Eine zeichnungsberechtigte Person der Kanzlei, die die Freigabe beim Partner erteilt.
- Bei DATEV im eigenen Netz Ihren IT-Dienstleister, der das Programm des Partners einrichtet. In DATEVasp und DATEV SmartIT entfällt die Installation: Dort buchen Sie bei DATEV das Zusatzmodul „Anbindung Drittanbieter“, und DATEV richtet die Verbindung ein. Nach Angaben des Partners ist eine Kanzlei meist in ein bis fünf Werktagen angebunden.
Wenn Sie sehen möchten, wie das an einem Ihrer Fälle aussieht, sprechen Sie mit uns.
Zum Nachlesen.
DATEV eG: DATEVconnect, Produktbeschreibung im DATEV-Shop
DATEV eG: DATEV-Marktplatz, zur technischen Prüfung der DATEV-Schnittstellen in Partnerlösungen
Bundessteuerberaterkammer: FAQ: KI im steuerberatenden Berufsstand, Stand 27.01.2026, Kapitel 1 und 5
§ 62a StBerG (Inanspruchnahme von Dienstleistungen)
DATEVconnect, DATEVasp und DATEV SmartIT sind Produkte der DATEV eG.